Lara Croft: Tomb Raider – The Angel of Darkness

Nach Tomb Raider 5 sollte sich der immer gleiche Spielablauf der Serie durch einen dramatischen Schnitt komplett ändern. Leider ist das in Angel of Darkness nur teilweise gelungen. Es sind immer noch die alten Spielprinzipien vorhanden, wie zum Beispiel das Klettern, Hangeln oder Schiessen. Aber es wurden auch neue Elemente eingefügt, wie das Kämpfen mit Händen und Füssen oder das Interagieren mit anderen Charakteren. Leider macht Lara das nur sehr halbherzig und man sieht sofort, dass dem Spiel noch einige Monate Entwicklungszeit gut getan hätten.

Tomb Raider – Details

Zu Beginn sieht der Spieler Lara und ihren Mentor Werner. Während eines kleinen Streits schubst sie ihn auf einen Sessel. Plötzlich fallen Schüsse. Werner fällt in sich zusammen. Die Polizei stürmt das Haus und verfolgt Lara in einer, verwaschenen Rendersequenz quer durch die Hinterhöfe von Paris. In dem Moment als Lara halbwegs in Sicherheit ist übernimmt der Spieler die Steuerung und wartet in einem verregnetem Hinterhof darauf, dass Sie das Verbrechen aufklären. Das Spiel startet in Paris. Später jedoch kommt Lara auch noch nach Prag um eine Villa und ein Genlabor zu durchsuchen. Im Gegensatz zu den Vorgängern dominieren eher moderne Locations. Klassische Fallen und Locations sind nur vereinzelt eingestreut.

Lara ist zwar jetzt gelenkiger als früher aber leider wurden einige Dinge wie der klassische Rückwärtssalto komplett weggelassen. Dennoch macht Lara eine sehr gute Figur. Beim Springen über Abgründe, klettern an Klippen oder Abhängen oder beim Passieren enger Gänge. Leider können die sehr guten Animationen nicht über die schlechte Steuerung hinwegtäuschen. Beim Kampf gegen die Polizei, Skelettkrieger und mutierte Kreaturen wird der Spieler auch nach mehreren Stunden nicht besser mit der Steuerung zu Recht kommen. Am besten vermeiden Sie Situationen die Ihnen durch die Steuerung zum Verhängnis werden könnten. Es kann schon mal über zehn Sekunden dauern, eine zwei Meter entfernte Tür zu durchqueren; Lara bleibt nämlich prinzipiell an jedem Hindernis hängen – und darf dann noch nicht mal seitlich ausweichen (d.h.: diese Bewegungsvariante gibt es zwar, nur funktioniert sie in drei von fünf Versuchen nicht).

Auch beim Treppensteigen muss der Spieler seine Nerven behalten. Denn anstatt die Stufen einfach hinaufzusteigen dreht sich Lara einfach im Kreis. Trotz der neuen Kombination aus Maus – Tastatursteuerung sollten Sie, um Ihre Nerven zu schonen, ausschließlich mit der Tastatur das Spiel steuern.

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Beim Klettern haben sich die Entwickler eine Neuigkeit einfallen lassen: den Energiebalken. Lara darf sich nicht mehr unendlich lange mit den Fingern an einem Mauervorsprung festhalten. Nach ein paar Sekunden schwindet ihre Kraft und sie stürzt mit einem lautem Schrei begleitet in die Tiefe. Auch einige neue Bewegungen sind Lara zugedacht worden. So zum Beispiel sprintet sie auf Knopfdruck, legt sich flach hin oder schleicht sich elegant an ihre Gegner heran. Lara kann nun auch vorsichtig um eine Ecke spähen, um zu schauen, was dahinter lauert. Allerdings verfehlen die meisten dieser Neuerungen ihr Ziel, da sich die Gegner mit viel weniger Aufwand, sprich mit der Pistole oder Faustschlägen, außer Gefecht setzen lassen.

Es gibt elf Waffen, von der Betäubungskanone bis zur Schrotflinte ist alles dabei. Aber egal mit was Sie Ihre Gegner außer Gefecht setzen, nach einigen Sekunden verschwinden die besiegten Gegner abrupt, egal ob betäubt oder erschossen.

Die Höhlen, die wir aus den Vorgängern kennen, sind in Angel of Darkness kürzeren meist modernen Gebieten gewichen. Darunter Orte wie ein Nacht Club. Unter hämmernder Techno-Musik und blitzenden Neonlichtern erklimmen Sie von der Tanzfläche aus ein Gittergerüst, das meterhoch nach oben führt. Jeder falsche Schritt ist ein Schritt in den Tod.

Zum Glück gibt es ja die Quicksavefunktion, sollte man denken. Aber es kann schon mal vorkommen dass das Spiel nicht abgespeichert wird, obwohl unten in der rechten Ecke das Diskettensymbol leuchtet. Dann heißt es alles seit dem letzten Save noch mal meistern.

Ein sehr kurioser Akt im Spiel ist die Stärke. „Ich bin nicht stark genug“ ist einer der Standartsprüche aus dem Repertoire von Lara. Hier eines dieser seltsamen Beispiele: Lara versucht eine Tür zu einem Raum zu öffnen. Nun folgt der Standartspruch. Nun wendet sich der Spieler, nach links wo Lara vor einer hochgeklappten Stahlbrücke steht, die nur minimal größer und sicher auch viel leichter ist als die Tür. Mit einem beherztem Tritt bringen Sie diese nun zum runterklappen. Nun ist Lara stark genug die Tür zu dem Raum einzutreten.

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Nicht besonders spannend sind auch die Dialoge ausgefallen, die einem Adventure ähneln sollten. Gelegentlich dürfen Sie aus ein paar vorgefertigten Antworten eine auswählen – allerdings beeinflusst die Entscheidung den Spielablauf nur minimal, wenn überhaupt.

Auch der neue Spielcharakter, Kurtis Trent, schafft es nicht, die nötige Innovation in die Tomb Raider Serie zu bringen. Im letzten Drittel des Spiels lenken Sie Kurtis für kurze Zeit durch ein Sanatorium, um das zu machen, was Lara auch die ganze Zeit macht. Der Unterschied: Ein bisschen weniger Akrobatik, dafür mehr Action.

Aber auch ein paar gute Dinge sind beim neuen Tomb Raider zu erwähnen. Die Grafik zum Beispiel begeistert. Obwohl das Spiel eine PS2 Umsetzung ist, schaffen es vor allem neuere Grafikkarten dem Spiel eine tolle Optik zu verleihen. Tolle Spiegeleffekte an blank polierten Böden, effektvoller Nebel und Feuerdunst der die Umgebung verschwimmen lässt.

Auch der Sound ist durchaus gelungen. Teilweise vom London Symphony Orchestra eingespielt, verleit er dem Spiel Filmcharakter. Auch die Sprecher sind sehr professionell zu werke gegangen.

Armed & Dangerous Spiel Review (XBox)

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Eigentlich sind die vier Helden nicht gerade die aktivsten, wenn es darum geht die Welt zu retten. Doch als sie erfahren haben, dass der böse König Forge das “Buch der Herrschaft” in seinen Besitz gebracht hat, sollte es ihm gelingen diese zu entschlüsseln, würde er übermenschliche Kräfte erreichen und somit die Weltherrschaft an sich reißen, raffen sich die vier auf. Schließlich können das die Löwenherzen, so der Name der vierköpfigen Chaotentruppe, nicht zulassen. Sie machen sich also auf den Weg zum Schloss des Königs, um im das Buch zu entreißen und somit die Welt zu retten.

Armed & Dangerous ist ein gradliniges Actionspiel. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, dass man mit einem Trupp von vier Leuten durch die Missionen streift, denn ein Taktik-Shooter ist Armed & Dangerous deshalb ganz sicher nicht. Man kann zum einen nur den Soldaten “Rom” steuern und zum anderen ist man im ganzen Spiel nur damit beschäftigt, alles umzuballern was einem vors Visier kommt. Die anderen drei Mitstreiter geben einem dabei höchsten mal Feuerschutz. Man kann also nicht wie zum Beispiel in Brute Force, durch die Teammitglieder durchschalten.

Wie schon erwähnt, ist Armed & Dangerous ein reiner Shooter. Es gibt keine Rätsel und auch keine Hüpfeinlagen. Man schießt sich konsequent mit 10 verschiedenen Waffen durch insgesamt 22 Level. Dabei gestalten sich die Missionen leider immer sehr identisch. Man muss entweder von A nach B gelangen und dabei umnieten was einem in die Quere kommt oder man muss gefangen genommene Bauern befreien und diese dann wieder zurück nach Hause bringen. Eine weitere Aufgabe, die es immer wieder zu bewältigen gibt, ist das Zerstören von markierten Gebäuden. So spaßig das einfache und simple Spielprinzip am Anfang auch sein mag, mit der Zeit werden die Missionen doch sehr langweilig, weil man immer dasselbe machen muss.

Eine nette Abwechslung gibt es immer am Ende einer abgeschlossenen Kampagne. Da hat man die Aufgabe aus einem Geschützturm heraus,die herranstürmende feindliche Arme aufzuhalten. Sollten mehr als 50 Soldaten die Mauer überqueren, die man verteidigen muss, so ist die Mission gescheitert.

Einer der Gründe, warum man aber dennoch immer weiter spielt, sind die Zwischensequenzen. Diese strotzen nur so vor Humor. Es gibt viele Szenen in denen bekannte Filme zitiert werden, oder wo sogar bekannte Szenen auf eine etwas andere Art dargestellt werden. Jedem Star Wars Fan wird eine Szene sofort auffallen. Dank Star Wars hat man gelernt, dass es in Innereien toter Tiere sehr warm ist, und man dort sehr gut unterkühlte Menschen aufwärmen kann. Man sollte sich aber vorher vergewissern, dass das Tier auch wirklich tot ist …

Von diesen Zwischensequenzen gibt es im Spiel reichlich, und dank der sehr hochwertigen deutschen Synchronisation, sind diese oft der einzige Grund warum man das Spiel weiterspielt.

Armed & Dangerous lebt ganz eindeutig von seinem Humor. Das fängt bei den Zwischensequenzen an und hört bei den super abgefahrenen Waffen auf. Da wäre zum Beispiel die Landhai Kanone. Die Waffe schießt einen weißen Hai ab, der sich dann die Gegner einzeln vornimmt, oder das tragbare schwarze Loch. Wenn man dieses öffnet werden alle Gegner in eine kleine Box gezogen.

Diese abgefahrenen Waffen sind aber auch nötig, da der Schwierigkeitsgrad nicht ohne ist. Das hat zwei Gründe. Zum einen sind die Gegner recht intelligent. Sie suchen hinter Kisten und Häusern Denkung und bemannen auch freistehende Geschütze. Zum anderen ist es das Speichersystem. Man kann leider nur nach jeder erfolgreich abgeschlossenen Mission abspeichern. Da kommt es öfter mal vor, dass man ein Level komplett von Vorne anfangen muss. Ein Grund warum die Entwickler dieses Speichersystem integriert haben, ist sicher um die Spieldauer in die Länge zu ziehen. Denn Armed & Dangerous ist eich recht kurzes Vergnügen. Ein erfahrener Spieler sieht in knapp 8 Stunden den Abspann.

Gameplay:

Robin Hood – Defender of the Crown Review

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Heldengeschichten sind begehrte Themen für PC-Spiele. So muss auch Robin Hood mal wieder für unseren geliebten Computer herhalten. Der Name des Spiels: Robin Hood –Defender of the Crown. Das Genre: Action-Abenteuer-Strategie-Rollen-Spiel. Auch Cinemaware versucht sich also an einem Multi-Genre-Spiel. Ob sich die Entwickler damit übernommen haben, oder nicht, steht hier…

Das Spiel:

In Robin Hood: Defender of the Crown (DotC) geht es darum, den Thron Englands zu besteigen bzw. zu verteidigen. Robin Hood muss das Land gegen Prinz John verteidigen, bis Richard Löwenherz aus der Gefangenschaft in Österreich zurückkehrt, um diese Aufgabe zu übernehmen. Um gegen die vielen Lords zu bestehen, welche sich ebenfalls eigenhändig um das “Wohlergehen” des Königreichs kümmern wollen, ist es notwendig Geld aufzutreiben, um benötigten Armeen zu finanzieren. An die Armeen, nicht aber an die Armen, denkt der “Defender of the Crown” mit keinem Gedanken.

Dieses “Geld auftreiben kann” in verschiedenen Art und Weisen geschehen: Robin Hood kann in eine Feste eindringen und die Schatzkammer leeren, aber auch, versteckt in einem Baum, eine Straße belauern und die vorbeiziehenden Händler und Soldaten ausrauben. Bricht man in eines der Bollwerke verschiedenen Schwierigkeitsgrads ein, läuft das mehr oder weniger auf Schwertkämpfe heraus, welche lediglich aus dem wie verrückten Betätigen der Angriffstaste, beziehungsweise der Verteidigungstaste bestehen. Beim Bogenschiesen schießt man, zur Verzweiflung des Spielers, ohne Fadenkreuz und obwohl es Robin durchaus möglich ist, zu zielen, ist diese Art Geld zu scheffeln eher ein Spiel mit dem Glück, als eines das Spaß macht.

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Auch kann man sich mit Ritter Ivanhoe, einem von Robins Verbündeten, im Turnierreiten gegen die anderen Lords messen. Als Belohnung gibt’s Ehre, Ländereien und Gold. Weiterhin kann man mit Ivanhoe ein Bollwerk errichten, in welchem man dann Soldaten stationieren kann. Ist also wieder etwas Geld zusammen, ist es Zeit neue Soldaten zu rekrutieren. Dies ist nur mit Little John möglich, welcher auch die Schlachten führt. Die Schlachten sind der absolute Tiefpunkt des Spiels. Dem Spieler ist die große „Ehre“ zuteil, mit Steinfiguren der Einheiten auf einem Blatt Pergament, in den Kampf zu ziehen. Der Kampf bietet lediglich einige pseudotaktische Möglichkeiten, wie das Auswählen der anzugreifenden, gegnerischen Einheit. “Eine Revolution in der Spielegeschichte!!!”.

Wenn der Spieler beschließt seine Einheiten nicht zu verbraten, um dieses “ergreifende” Bild des “Schlachtfelds” nicht mehr sehen zu müssen, bleibt ihm noch die Möglichkeit seine Finanzen Bruder Tuck zu spenden. Dieser sammelt Gold, um die Unsumme des Lösegelds zusammen zu bekommen, um damit den wahren König freizukaufen. Die Handlung des Spiels wird durch englische Dialoge zwischen den Hauptfiguren, wie Ladie Marian und Robin Hood, und durch gelegentliche Zwischensequenzen erzählt.

Die Technik:

Die Grafik des Spiels ist in seinen einzelnen Elementen sehr unterschiedlich. Bei Einbrüchen in Festungen und bei Überfällen ist sie recht nett, doch längst nicht mehr zeitgemäß. Zu sehen ist eine Grafik, wie sie vor 2 Jahren annähernd aktuell gewesen wäre. Soviel zur Grafikqualität.

Fakt ist jedoch, dass es lediglich ein paar Festungselemente gibt, welche sich in jeder Festung wiederholen. Noch weniger Abwechslung bietet das Bogenschießen wie auch die Belagerungen. Genauso verhält es sich mit den Turnieren, bei welchen oft nur der Kopf des Pferdes zu sehen ist, da der Rest hinterm Bildschirmrand verschwindet. Wie im spielerischen Sinne, sind auch grafisch die Schlachten das Miserabelste am Spiel. Ein bisschen bildlichen Aufschwung geben da nur noch die wirklich guten Zwischensequenzen.

Die heroische Musik des Spiels paßt gut dazu, wobei einem das Spiel selbst, alles Heldenhafte, was man je über Robin Hood gehört hat, vergessen läßt. Doch auch die Dialoge hören sich, trotz englischer Synchronisation, gut an. Dass sie nicht ins Deutsche übersetzt sind, verleiht dem Spiel sogar, unglaublich aber wahr, ein wenig Robin Hood-Style.

Gesteuert wird DotC auf der Karte und in den „Schlachten“ mit der Maus. Dort gilt es lediglich schnell auf die verschiedenen Einheiten zu klicken um sie angreifen zu lassen. Bei den Einbrüchen sowie bei den Turnieren kommt auch noch die Tastatur ins Spiel. Die Steuerung beim Bogenschießen ist insofern miserabel, dass kein Fadenkreuz vorhanden ist.

Spieltiefe:

Immer gleiche Level bei den Einbrüchen und Befreiungsaktionen schöner Frauen, Glücks-Bogenschießen, die monumentalsten Schlachten der Spielegeschichte und vieles mehr… Was soll man da noch sagen? Ganz einfach: Das nervt! Die Story ist zwar recht gut aufgebaut und die Dialoge sind interessant, doch die Umsetzung ins tatsächliche Spiel, ist voll daneben gegangen. Somit macht DotC bald keinen Spass mehr und die Versuchung seinen Finger in die linke obere Ecke der Tastatur zu bewegen, wird immer größer!

Fazit:

Die Idee eines Multi-Genre-Spiels im Robin Hood-Gewand ist keine schlechte. Leider ist aber ausschließlich jedes Element, wenn überhaupt, nur halbwertig. Die Entwickler wären besser beraten gewesen, sich auf eines oder zwei der Elemente zu beschränken und dafür ein vollwertiges Spiel abzuliefern. Somit ist Robin Hood – Defender of the Crown höchstens für Fans der englischen Sage zu empfehlen.