Robin Hood – Defender of the Crown Review

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Heldengeschichten sind begehrte Themen für PC-Spiele. So muss auch Robin Hood mal wieder für unseren geliebten Computer herhalten. Der Name des Spiels: Robin Hood –Defender of the Crown. Das Genre: Action-Abenteuer-Strategie-Rollen-Spiel. Auch Cinemaware versucht sich also an einem Multi-Genre-Spiel. Ob sich die Entwickler damit übernommen haben, oder nicht, steht hier…

Das Spiel:

In Robin Hood: Defender of the Crown (DotC) geht es darum, den Thron Englands zu besteigen bzw. zu verteidigen. Robin Hood muss das Land gegen Prinz John verteidigen, bis Richard Löwenherz aus der Gefangenschaft in Österreich zurückkehrt, um diese Aufgabe zu übernehmen. Um gegen die vielen Lords zu bestehen, welche sich ebenfalls eigenhändig um das “Wohlergehen” des Königreichs kümmern wollen, ist es notwendig Geld aufzutreiben, um benötigten Armeen zu finanzieren. An die Armeen, nicht aber an die Armen, denkt der “Defender of the Crown” mit keinem Gedanken.

Dieses “Geld auftreiben kann” in verschiedenen Art und Weisen geschehen: Robin Hood kann in eine Feste eindringen und die Schatzkammer leeren, aber auch, versteckt in einem Baum, eine Straße belauern und die vorbeiziehenden Händler und Soldaten ausrauben. Bricht man in eines der Bollwerke verschiedenen Schwierigkeitsgrads ein, läuft das mehr oder weniger auf Schwertkämpfe heraus, welche lediglich aus dem wie verrückten Betätigen der Angriffstaste, beziehungsweise der Verteidigungstaste bestehen. Beim Bogenschiesen schießt man, zur Verzweiflung des Spielers, ohne Fadenkreuz und obwohl es Robin durchaus möglich ist, zu zielen, ist diese Art Geld zu scheffeln eher ein Spiel mit dem Glück, als eines das Spaß macht.

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Auch kann man sich mit Ritter Ivanhoe, einem von Robins Verbündeten, im Turnierreiten gegen die anderen Lords messen. Als Belohnung gibt’s Ehre, Ländereien und Gold. Weiterhin kann man mit Ivanhoe ein Bollwerk errichten, in welchem man dann Soldaten stationieren kann. Ist also wieder etwas Geld zusammen, ist es Zeit neue Soldaten zu rekrutieren. Dies ist nur mit Little John möglich, welcher auch die Schlachten führt. Die Schlachten sind der absolute Tiefpunkt des Spiels. Dem Spieler ist die große „Ehre“ zuteil, mit Steinfiguren der Einheiten auf einem Blatt Pergament, in den Kampf zu ziehen. Der Kampf bietet lediglich einige pseudotaktische Möglichkeiten, wie das Auswählen der anzugreifenden, gegnerischen Einheit. “Eine Revolution in der Spielegeschichte!!!”.

Wenn der Spieler beschließt seine Einheiten nicht zu verbraten, um dieses “ergreifende” Bild des “Schlachtfelds” nicht mehr sehen zu müssen, bleibt ihm noch die Möglichkeit seine Finanzen Bruder Tuck zu spenden. Dieser sammelt Gold, um die Unsumme des Lösegelds zusammen zu bekommen, um damit den wahren König freizukaufen. Die Handlung des Spiels wird durch englische Dialoge zwischen den Hauptfiguren, wie Ladie Marian und Robin Hood, und durch gelegentliche Zwischensequenzen erzählt.

Die Technik:

Die Grafik des Spiels ist in seinen einzelnen Elementen sehr unterschiedlich. Bei Einbrüchen in Festungen und bei Überfällen ist sie recht nett, doch längst nicht mehr zeitgemäß. Zu sehen ist eine Grafik, wie sie vor 2 Jahren annähernd aktuell gewesen wäre. Soviel zur Grafikqualität.

Fakt ist jedoch, dass es lediglich ein paar Festungselemente gibt, welche sich in jeder Festung wiederholen. Noch weniger Abwechslung bietet das Bogenschießen wie auch die Belagerungen. Genauso verhält es sich mit den Turnieren, bei welchen oft nur der Kopf des Pferdes zu sehen ist, da der Rest hinterm Bildschirmrand verschwindet. Wie im spielerischen Sinne, sind auch grafisch die Schlachten das Miserabelste am Spiel. Ein bisschen bildlichen Aufschwung geben da nur noch die wirklich guten Zwischensequenzen.

Die heroische Musik des Spiels paßt gut dazu, wobei einem das Spiel selbst, alles Heldenhafte, was man je über Robin Hood gehört hat, vergessen läßt. Doch auch die Dialoge hören sich, trotz englischer Synchronisation, gut an. Dass sie nicht ins Deutsche übersetzt sind, verleiht dem Spiel sogar, unglaublich aber wahr, ein wenig Robin Hood-Style.

Gesteuert wird DotC auf der Karte und in den „Schlachten“ mit der Maus. Dort gilt es lediglich schnell auf die verschiedenen Einheiten zu klicken um sie angreifen zu lassen. Bei den Einbrüchen sowie bei den Turnieren kommt auch noch die Tastatur ins Spiel. Die Steuerung beim Bogenschießen ist insofern miserabel, dass kein Fadenkreuz vorhanden ist.

Spieltiefe:

Immer gleiche Level bei den Einbrüchen und Befreiungsaktionen schöner Frauen, Glücks-Bogenschießen, die monumentalsten Schlachten der Spielegeschichte und vieles mehr… Was soll man da noch sagen? Ganz einfach: Das nervt! Die Story ist zwar recht gut aufgebaut und die Dialoge sind interessant, doch die Umsetzung ins tatsächliche Spiel, ist voll daneben gegangen. Somit macht DotC bald keinen Spass mehr und die Versuchung seinen Finger in die linke obere Ecke der Tastatur zu bewegen, wird immer größer!

Fazit:

Die Idee eines Multi-Genre-Spiels im Robin Hood-Gewand ist keine schlechte. Leider ist aber ausschließlich jedes Element, wenn überhaupt, nur halbwertig. Die Entwickler wären besser beraten gewesen, sich auf eines oder zwei der Elemente zu beschränken und dafür ein vollwertiges Spiel abzuliefern. Somit ist Robin Hood – Defender of the Crown höchstens für Fans der englischen Sage zu empfehlen.

One Reply to “Robin Hood – Defender of the Crown Review”

  1. tuart says:

    Tolle review…

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